ON THE ROAD AGAIN - PART III

 

Wir sitzen in einem kleinen Dong Village am nördlichen Rande der Provinz Guangxi. Hier kann man sich nun wirklich nur noch mit Händen und Füßen verständigen. So haben wir beispielsweise unter anderem herausgefunden, dass es den nächsten Geldautomaten 1,5 Fahrtstunden entfernt gibt und wir somit für die nächsten 24 Stunden genau 68 Yuan zur Verfügung haben, was knapp 10€ entspricht. 

Challenge Accepted, wir beschließen also das günstiges Street Food Restaurant ausfindig zu machen und erinnern uns an eine Gruppe Kinder auf einer Brücke, die so etwas ähnliches wie Dampfnudeln gegessen haben. Wir sind davon überzeugt, dass diese Dampfnudel ein sehr günstiges Nahrungsmittel sein muss. Der kleine Haken, wir haben hier kein Internet und wissen daher leider nicht was Dampfnudel auf chinesisch heißt. 

Wir suchen also die Kinder auf, die zum Glück noch mit ihren Eltern an der gleichen Stelle auf der Brücke sitzen. Mit unseren Händen formen wir eine Dampfnudel und zeigen dann immer wieder auf den Mund und schmatzen ein wenig um unserem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Die Eltern machen uns nach ein paar verwirrten Blicken die Handbewegungen nach und sagen immer wieder etwas das so klingt wie "butong" und lachen herzlich dabei.

Da wir nun glauben zu wissen, was Dampfnudel auf chinesisch heißt, laufen wir zu jedem Lädchen im Dorf und fragen nach "butong" während wir unsere Hände erneut zu den einstudierten Dampfnudeln formen. Die Reaktion ist stets die gleiche, sie machen unsere Handbewegungen nach, sagen "butong, butong" und haben dabei ein nettes Lächeln im Gesicht. Wir gehen also davon aus, auf der richtigen Fährte zu sein, verstehen allerdings nicht, warum uns dann keiner die Dampfnudel servieren möchte.

Letztendlich haben wir nach 30 Minuten suchen einen Laden gefunden, der uns chinesische Dampfnudeln mit süßer Bohnenpaste verkauft hat. Überraschenderweise hat das wirklich genau nach Dampfnudel / Germknödel geschmeckt, aber halt mit süßer Bohnenfüllung. Das war dann doch eine überraschende Kombination.Ein netter Herr der uns anscheinend beobachtet hatte, hatte sich uns erbarmt und konnte uns mit einer Übersetzung weiterhelfen.

Ein bisschen rot sind wir dann aber schon geworden, als wir herausgefunden haben, dass butong nicht etwa "Dampfnudel", sondern "ich weiß nicht" auf chinesisch heißt.

Wer weiß, wie lange solche Missverständnisse noch zu unserem Alltag gehören. Der Generation Y stehen für die internationale Kommunikation ganz andere Mittel zur Verfügung als den Generationen davor. Das dies auch ganz anders aussehen kann haben 8 Studenten der Hochschule Furtwangen einmal in einem Experiment getestet ... mit interessantem Ausgang.1

Mit Google Translate und Internet haben wir beispielsweise in Guilin einen ganzen Abend in Gesellschaft eines chinesischen Party-Trupps verbracht, obwohl wir außer "Hallo" und "Danke" keinerlei Kommunikationsmöglichkeit hatten. Dank der TranslateApp konnten wir uns 20 Mal sagen wie geehrt wir uns doch alle fühlen diesen Abend miteinander verbringen zu dürfen und das es jetzt doch mal wieder an der Zeit wäre einen Schnaps auf Ex zu leeren.

1 http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/a-708553.html